| Personen des Zentrums: Matthias Erzberger |
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Matthias Erzberger -Zentrumspolitiker und ein Wegbereiter der deutschen DemokratieDer Zentrumspolitiker, Matthias Erzberger, war und ist eine Symbolfigur für die Demokratie von Weimar. Der katholische Politiker hatte sich in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges für mehr parlamentarische Rechte und für einen Verständigungsfrieden engagiert. Im November 1918 besiegelte er mit seiner Unterschrift den Waffenstillstandsvertrag und damit das Ende des Ersten Weltkriegs. Als Reichfinanzminister reformierte er das Steuersystem; diese entscheidenden Neuerungen haben bis Heute noch Bestand. Durch sein Engagement für die neue Demokratie und auf Grund seines Mutes, sich für unpopuläre Lösungsvorschläge für die Folgen des verlorenen Krieges, wurde er 1921 nach einer Hetzkampagne von zwei ehemaligen Offizieren ermordet.
Matthias Erzberger wurde am 20. September 1875 als Sohn eines Schneiders und Postboten, Josef Erzberger, in Buttenhausen (Württemberg) geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, was Ihn aber nicht daran hinderte, Karriere zu machen. Erzbergers politische Laufbahn begann als Anwalt der kleinen Leute. Der gelernte Volksschullehrer war als Journalist in Baden-Württemberg tätig. Vor Arbeitern, Handwerkern und Bauern hielt er hunderte von Vorträgen und half Ihnen, sich in Vereinen zusammenzuschließen. 1903 wurde Erzberger als Vertreter der Deutschen Zentrumspartei in den Reichstag gewählt. Der Abgeordnete des Wahlkreises Biberach vertrat die Interessen seiner württembergischen Wähler und kämpfte für mehr Rechte des Parlaments. Aufsehen erregte er erstmals, als er Missstände in der Kolonialpolitik aufdeckte. Durch seine guten Verbindungen zum Vatikan, erkannte Erzberger rasch, dass Deutschland den Ersten Krieg nicht mehr gewinnen konnte, wodurch er sich dann sehr stark für einen Verständigungsfrieden einsetzte. Kurz darauf leitete Erzberger die deutsche Delegation, die in einem Eisenbahnwaggon im Wald von Compiegne einen Waffenstillstand abschließen sollte. Da die militärische Führung einen Waffenstillstand um jeden Preis verlangt hatte, unterschrieb Erzberger die Vereinbarung, die den Ersten Weltkrieg beendete. Die Weimarer Nationalversammlung stand 1919 vor der schwerwiegenden Entscheidung: Einmarsch der Alliierten in Deutschland oder Frieden zu äußerst harten Bedingungen. Erzberger trug entscheidend zur Annahme des Versailler Vertrages bei, da er die drohende Besetzung Deutschlands durch sie Alliierten und die Zerschlagung des Reiches verhindern wollte, was ihm aber wiederum viele Feinde bescherte, da der Versailler Friedensvertrag vom deutschen Volk als Knechtschaft und als Unzumutbar abgestempelt wurde. „Unerträglich, undurchführbar, aber nicht unannehmbar.'' Zitat M.E. 1919 Das deutsche Reich hatte nach Kriegsende somit, durch die an die Alliierten zu zahlenden Reparationen, enorm hohe Schulden. Doch Erzberger ordnete innerhalb von nur neun Monaten als Finanzminister das Steuer- und Finanzwesen neu. Er wollte die Kriegslasten sozial gerecht nach Leistungsfähigkeit verteilen und schuf dabei Strukturen, die noch heute Bestand haben. Durch seine Unterschrift auf dem Waffenstillstandsvertrag und seinem großem Engagement für die Demokratie wurde er bei den Gegnern der Weimarer Republik gehasst. Die Folge waren maßlose Hetze und Attentatversuche. „Die Kugel, die mich treffen soll, ist schon gegossen.'' Zitat M.E. 1921 Am 26 August 1921 wurde Erzberger Opfer eines politischen Attentats. Ehemalige Offiziere, Mitglieder einer antirepublikanischen Geheimorganisation, erschossen Ihn in Bad Griesbach im Schwarzwald. Seine Mörder wurden zwar ermittelt, aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg des Mordes verurteilt. Die Erinnerung an Erzberger war in der Zwischenkriegszeit Teil der erbitterten Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern der Weimarer Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte der Name Erzberger in der politischen Kultur der Bundesrepublik keine große Rolle mehr. Erst seit den 1980er Jahren wird an diesen Zentrumspolitiker, den Wegbereiter der deutschen Demokratie erinnert. „Nicht nur eines der prominentesten Opfer des rechten Terrors, sondern auch eine der Schlüsselfiguren der jungen deutschen Demokratie.'' „Erzbergers Wirken in entscheidenden Momenten ist ein großartiger Beweis für die Lebenskraft der Demokratie.'' „Natürlich kenne ich Erzberger, er war in der Geschichte wichtig und er sollte es auch noch heute sein, als Vorbild! Er sollte nicht in Vergessenheit geraten!'' „Erzberger hat versucht, nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs so viel wie möglich für Deutschland zu erreichen. Er ist eine demokratische Größe!'' |
des Jahres 2012
Abtreibung im Jahr 1974


